joshwunderbar

Mein Leben als Transmann
 

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Fast Perfekt

Im Moment läuft alles super. Ich bin echt glücklich, wie es zur Zeit ist, denn ich habe immer mehr das Gefühl, dass ich endlich irgendwann ankommen kann, auch wenn der Weg noch lang ist. Dennoch nimmt alles nun richtig Fahrt auf.
Seit Anfang Mai habe ich endlich meinen Ergänzungsausweis und dieser öffnet mir jetzt ziemlich viele Türen. In meiner Schule zum Beispiel bemühen sich nun auch alle Dozenten/innen, mich mit dem männlichen Pronomen anzusprechen. Das gelingt noch nicht immer, aber sie sind redlich bemüht. Auch die Toilettensituation hat sich verändert. Ich gehe nun auch in der Schule auf die Herrentoilette. Das hört sich nun nicht so spektakulär an, für mich ist das aber ein weiterer Schritt in die richtige Richtung.
Auch meine Praxiseinsatzstelle ist sehr kooperativ und verständnisvoll, was das Thema angeht. So hatte ich ein Gespräch in der Personalabteilung um zu klären, ab wann sie meinen Namen ändern sollen, da sie mich nicht outen wollen, bevor ich dazu bereit bin. Das Gespräch ist sehr positiv verlaufen und die Kollegen sind dort sehr respektvoll mit mir umgegangen.
Ab dem 1. August 2015 bin ich in einem neuen Praxiseinsatzort, werde dort 'Patrick' sein und heißen muss mich nicht mehr verstellen. Ich muss keine Rolle mehr spielen, die ich nicht spielen will, nicht erfüllen kann und die nicht zu mir passt.Ich bin glücklich darüber, auf wieviel Verständnis ich nun in meinem Arbeitsumfeld stoße. Schade ist, dass das alles erst durch ein Stück Papier möglich geworden ist.

Die Situation mit meiner Familie ist weiterhin schwierig, jedoch ist unser Verhältnis wieder ein wenig besser geworden.
Wir sprechen über mein ,,Transsein“ wenig bis kaum, weil meine Eltern vermutlich immer noch der Meinung sind, dass es alles nur eine Phase ist. (Um Auseinandersetzungen aus dem Weg zu gehen, fange ich mit dem Thema auch nicht an.) Dennoch ist die Situation zu Hause nicht mehr so angespannt wie am Anfang und ich hoffe, dass es auch im privaten Bereich weiterhin bergauf geht.
Aktuell bin ich gerade dabei, den Antrag für die Namensänderung und Personenstandänderung zu schreiben. Dazu benötige ich allerdings meine Geburtsurkunde, die zur Zeit noch bei meinen Eltern ist. Also zieht sich das ganze leider noch ein wenig hin.

Für mich bedeutet es weiter zu kämpfen um der sein zu können, der ich bin!!

20.7.15 14:18, kommentieren

Update

Zur Zeit habe ich das Gefühl, dass nichts voran geht. Ich muss einfach auf die Dinge warten, die jetzt kommen werden und das regt mich ein wenig auf. Ich merke immer wieder, wie mich die kleinsten Dinge auf die Palme bringen, obwohl es eigentlich keinen Grund dafür gibt. Ich merke, dass ich zur Zeit für meine Mitmenschen echt anstrengend bin, doch kann ich das nicht wirklich ändern, obwohl ich das so gerne tun würde. Ich empfinde mich selbst auch als sehr anstrengend zu Zeit und ich hoffe, dass sich das bald ein wenig legt. Aber es gibt auch positive Dinge, die sich ereignen. Meine Mutter hat neulich gesagt, dass sie einfach mal schauen will, wie sich die Dinge so entwickeln. Allerdings glaube ich nicht, dass sie wirklich damit zurecht kommt, wenn sie merkt, dass ich es wirklich ernst meine. Für mich gibt es keinen anderen Weg mehr, ich war mir in meinem Leben noch nie so sicher bei einer Entscheidung. Aber der Kontakt zu meinen Eltern ist zumindest wieder besser geworden, wir telefonieren wieder regelmäßig und das ist schon viel Wert für mich. Außerdem stellt mir mein Therapeut ein Schreiben aus, mit dem ich endlich den Ergänzungsausweis beantragen kann. Damit komme ich hoffentlich auch in der Schule einen Schritt weiter. Das Schreiben bekomme ich zwar erst im März, wenn ich den nächsten Termin bei ihm habe aber das ist ein weiterer Schritt auf meinem Weg.

22.2.15 21:29, kommentieren

Die erste Sitzung

Nachtrag vom 06.01.2015 Ich war aufgeregt wie schon lange nicht mehr. Endlich sollte es los gehen. Der Tag begann trüb. Nicht nur das Wetter spiegelte dies wieder sondern auch meine Stimmung. Die erste Frage die sich an diesem Tag stellte war : was soll ich nur anziehen? Der ein oder andere wird sich nun Fragen was für eine Rolle das spielt. Für mich spielt dies immer eine Rolle jedoch an diesem Tag eine noch größere als sonst. Nachdem das geklärt war wurde mir ganz mulmig, den ich wusste nicht was der Therapeut heute von mir wissen möchte. Die Gedanken kreisten. Auf der Fahrt dort hin verfuhr ich mich dann auch noch mit der Bahn, aber ich hätte ja genug Zeit eingeplant. In der Praxis angekommen müsste ich dann zuerst einen Standard Fragebogen ausfüllen und dann ging das Warten weiter. Eine halbe Stunde nach dem vereinbarten Termin wurde ich dann endlich aufgerufen. ( mit der weiblichen Anrede). Mein Therapeut war echt freundlich und sympathisch. Er fragte dann erstmal warum ich hier sei und ich erklärte ihm das ich Transexuell bin. Seine Reaktion darauf war einfach herrlich. Er schaute mich von oben nach unten an und sagte:,, ich dachte eben schonals Sie um die Ecke kamen, das ich sie mit Herr aufrufen hätte sollen." Im Anschluss fragte er noch ein paar Eckdaten ab und erklärte mir den weiteren Werdegang. Ich war begeistert von ihm und fühlte mich wohl so dass ich mir eine Zusammenarbeit mit ihm vorstellen konnte. Also war es beschlossen ich konnte endlich weiter meinen weg gehen! Da habe ich mich mal wieder mehr Gedanken gemacht als nötig. Ab März geht es dann alle zwei Wochen zu ihm!

25.1.15 22:30, kommentieren

Zum Ende des Jahres

Ganz ehrlich... ich hätte nicht gedacht, dass sich in diesem Jahr soviel bei mir bewegt. Ich habe endlich den großen Schritt gewagt den ich Jahrelang vor mir her geschoben habe. Ich habe es auch zum Jahres Ende geschafft meinen Eltern meine Briefe zu schicken und ihnen zu sagen wie es mir wirklich geht und wie es in mir aussieht. Meine Mutter ist zwar alles andere als begeistert über meine Entscheidung, aber da muss sie jetzt durch! Nachdem meine Eltern den Brief bekommen haben, habe ich danach geschlagenen 1 1/2 Stunden mit meiner Mutter telefoniert und sie versuchte mich von meinem Vorhaben abzubringen und ist der Meinung das ich dadurch versuchen würde schneller einen Partnerin oder Partner zu finden. Sie ist auch der Meinung, dass wenn ich mit der gesamten Prozedur durch bin und dann immer noch nicht glücklich wäre, gäbe es nur noch einen Weg für mich und der wäre mich dann zu erhängen. Ich muss sagen das sind die härtesten und verletzendsten Worte die ich jemals von meiner Mutter gehört habe. Mein Vater hingegen sieht die Situation ein wenig entspannter. Er ist der Meinung, dass ich alt genug bin um zu wissen was ich in meinem Leben mache oder auch nicht. Er sagte aber auch dass er ich nicht so unterstützen kann wie er das gerne täte, denn meine Mutter setzt ihn unter Druck und sagt, wenn er mich unterstützt dann verlässt sie ihn. Ich muss jetzt einfach abwarten wie sich die Situation zu Hause entwickelt. Wenn ich das Jahr so zurück blicke muss ich sagen, ich bin echt positiv über die Reaktionen meiner Mitmenschen überwältigt. Jeder versucht mich auf seine Art und Weise zu unterstützen und dafür bin ich sowas von dankbar. Auch von Menschen, bei denen ich dachte sie würde es nicht interessieren. Ich nehme das alles nicht als selbstverständlich, auch wenn ich das oft nicht so zeigen kann. Dies tut mir persönlich auch sehr leid. Zu guter Letzt sind es ja nur noch 6 Tage bis endlich die Begleitltherapie losgeht. Ich bin echt gespannt wie es wird und freue mich das es endlich eiter geht

1 Kommentar 31.12.14 21:58, kommentieren